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Das Freie Volk sind Menschen, die jenseits der Mauer leben. In den Sieben Königslanden sind sie besser unter dem Namen Wildlinge bekannt.

Es gibt Zehntausende, vielleicht sogar Hunderttausende von ihnen. Sie leben in Stämmen, Clans, Dörfern oder auch Plünderergruppen zusammen. Manche von ihnen sind einigermaßen kultiviert, andere wild und feindselig. Das Freie Volk nennt sich so, um sich von den "Knienden" abzugrenzen, den Menschen südlich der Mauer, die den Lords und Königen untergeben sind. Das Freie Volk sieht in den "Knienden" die fehlende Freiheit, wohingegen die Menschen der Sieben Königslande die Wildlinge kaum für Menschen halten: Sie haben keine Gesetze, keine Ehre und auch keinen Anstand, sie stehlen voneinander, vermehren sich wie Tiere, halten nichts von der Ehe und setzen unzählige Bastarde in die Welt.[1]

Manchmal gelingt es einem Wildling dennoch, sich zum König-jenseits-der-Mauer zu erheben, wofür es einige historische Beispiele gibt.

Wildlinge RyanBarger

Eine Wildlingshorde auf dem Weg zur Mauer von Ryan Barger ©FFG

Wildling Mauer CarloBocchio

Ein Wildling versucht die Mauer zu überwinden
von Carlo Bocchio ©FFG

Freies Volk Lager Marc Simonetti

Lagerplatz einer Gruppe Wildlinge von Marc Simonetti ©FFG

GeschichteBearbeiten

In der Geschichte der Könige-jenseits-der-Mauer berichtet Maester Herryk von der Niederschrift eines Wildlingsliedes über die Brüder und Könige-jenseits-der-Mauer Gendel und Gorne, wie sie einst einen Streit zwischen den Riesen und einem Stamm der Kinder des Waldes um eine Höhle schlichteten, indem sie beiden ausredeten, darin wohnen zu wollen und dabei ein Höhlensystem entdeckten, dass unter der Mauer hindurchführte.[2]

KulturBearbeiten

Die Mauer, die die Wildlinge vom Rest Westeros' trennt, definiert die Menschen in vielen verschiedenen Weisen. Aufgrund ihrer Isolation von Westeros bleiben sie ein freies Volk, ohne Länder, ohne Lords, Könige und Gesetze. Sie folgen nur dem, den sie selbst gewählt haben. Sie glauben, dass die Götter die Erde für alle Menschen gleichermaßen geschaffen haben, doch als die Könige mit ihren Kronen und Stahlschwertern kamen, nahmen sie das Land, indem sie es als ihr Eigentum deklarierten.

GesellschaftBearbeiten

Ihre Gesellschaft besteht vor allem aus Stämmen und Clans, die auf hunderte kleiner Dörfer verteilt wurden, jedes mit seinen Eigenheiten und Bräuchen. Manche erkennen Anführer an, andere leben in ständigem Konflikt miteinander und bekriegen sich und andere. Das Freie Volk legt großen Wert darauf, dass ein Mann die Welt um ihn herum erhält.

Bei den Wildlingen gelten Frauen mit roten Haaren als besonders schön, weil das selten vorkommt. Es heißt, sie seien vom Feuer geküsst worden, und das sei ein Zeichen für großes Glück.[1]

Die Männer der einzelnen Stämme versuchen stets, sich nur Frauen von weit her zu nehmen, um den Stamm zu stärken. Frauen, die sich zu Brüdern oder Vätern oder Stammesverwandten legen, beleidigen die Götter und werden mit schwachen und kränklichen Kindern bestraft. Manchmal sogar mit Ungeheuern.[3]

StämmeBearbeiten

TechnologieBearbeiten

Viele Menschen des Freien Volkes haben niemals einen bedeutenden technologischen Wandel erlebt. Sie sind raue Menschen, die in einer rauen Gegend leben, obwohl manche von ihnen einigermaßen kultiviert sind, wie z.B. die Menschen des Thenn, die in dichten Kommunen weit im Norden leben, oder die Menschen von Hartheim, das einer Stadt ziemlich nahe kommt. Andere sind aber auch halbnomadische Einzelgänger, die nur von ihren eigenen Bedürfnissen kontrolliert werden. Die Plünderer der Eisigen Küste und die wilden Kannibalenstämme ernähren sich z.B. vom Fleisch anderer Menschen. Es gibt sogar Höhlenbewohner, die ihre Gesichter blau, grün und lila färben.

GesetzeBearbeiten

In den Ländern des Freien Volkes gibt es nur sehr wenige Gesetze oder Eigentumsrechte. Die Menschen nehmen sich, was sie kriegen und behalten, was sie verteidigen können. Sie haben nur wenig Interesse daran, zu heiraten.

SprachenBearbeiten

Das Freie Volk behält den Weg der Ersten Menschen bei und, obwohl es jenseits der Mauer viele verschiedene Sprachen gibt, ist die Alte Sprache der Ersten Menschen doch noch die gebräuchlichste.

FeindschaftenBearbeiten

Das Freie Volk hasst die Nordmänner nicht so sehr, wie es die "Krähen" der Nachtwache verabscheut, welche praktisch jene Torwächter darstellen, die es nördlich der Mauer hält. Das Freie Volk verschont keinen Bruder der Nachtwache, außer er bricht seinen Schwur und beweist seine Loyalität gegenüber den Wildlingen. Dennoch herrscht eine gewisse Form der Kooperation zwischen den beiden Gruppierungen. So hat das Freie Volk bereits verirrte oder verletzte Brüder unterstützt und verarztet und auch die Nachtwache nimmt Neugeborene des Freien Volkes auf, um ihr Überleben zu sichern und sie als deren Mitglieder großzuziehen.

BräucheBearbeiten

In Übereinstimmung mit dem Geist der Unabhängigkeit des Freien Volkes ist es auch Frauen gestattet, die Waffen anzulegen und neben den Männern zu kämpfen. Diese Frauen werden auch Speerfrauen genannt und sind dafür bekannt, genauso erfahren und wild wie ihre männlichen Kollegen zu sein.

In der Ehe wird erwartet, dass sich die Männer den Frauen gegenüber dominant und gebieterisch verhalten. Das geht sogar soweit, dass sie die Frauen aus deren Häusern oder Clans stehlen sollen, um sie an sich zu binden. Im Gegenzug sollen sich die Frauen bei jeden Schritt zur Wehr setzen. Man glaubt, dass ein wahrer Mann eine Frau von weit her stiehlt, um seinen eigenen Clan zu stärken. Männer dürfen Töchter stehlen, aber nicht verheiratete Frauen. Frauen, die Brüder, Väter oder andere Verwandte des Clans heiraten, beleidigen damit die Götter und werden mit schwachen und kränklichen Kindern bestraft. Die beste Zeit, um Frauen zu stehlen, ist dann, wenn der Rote Wanderer die Mondmaid küsst. Obwohl die Tradition des Stehlens vollkommen anders als der idealisierte Minne der Sieben Königslande zu sein scheint, ist sie in ihrem Kern sowohl ein Beweis für die männliche Stärke und Entschlossenheit als auch für die weibliche Unabhängigkeit und Fähigkeit, sich selbst zu verteidigen.

Es soll Unglück bringen, einem Neugeborenen in seinen ersten zwei Jahren einen Namen zu geben, aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit, dass es in der rauen Natur jenseits der Mauer nicht überlebt.[4]

Die Wildlinge verbrennen ihre Toten, damit sie nicht als Wiedergänger zurückkommen.[5]

RaubzügeBearbeiten

Plünderungen und Raubzüge bilden einen festen Teil der Kultur des Freien Volkes. Plünderer beginnen mit ihren Raubzügen bereits in jungem Alter, teilweise sogar mit unter zwölf Jahren. Entweder klettern sie über die Mauer oder sie bauen kleine Schiffe und überqueren damit die Seehundsbucht. Die Mauer zu überqueren kann einen ganzen Tag in Anspruch nehmen und bei dem Versuch kommen viele um, wenn sie in die Tiefe stürzen. Oft finden Männer der Nachtwache die Leichen der Plünderer am Fuße der Mauer.

Um die Mauer zu erklimmen, benutzen die Angreifer große Strickleitern aus geflochtenen Hanf und spezielle Schuhe aus elastischem Wildleder. Am vorderen Ende der Schuhe befinden sich Spitzen aus Bronze, Eisen oder in der Regel einfach aus gezackten Knochen. Dazu benutzen sie oft auch kleine Steinhammer, Pflöcke aus Eisen, Knochen oder Horn, und Geweihe mit geschärften Zacken, die an hölzerne, fellüberzogene Griffe gebunden werden und als Eispickel dienen.

Über die Jahrzehnte verlor die Nachtwache immer mehr an Kraft und Autorität und musste viele ihrer Festungen entlang der Mauer aufgeben. Aus diesem Grund gelingt es dem Freien Volk heutzutage zunehmend besser, die Mauer zu überwinden oder die Seehundsbucht zu überqueren. Die Angreifer verlieren ihre Furcht vor der Nachtwache. Statt kleiner Dörfer und Burgen in der Schenkung, plündern sie inzwischen in den Ländereien der Umbers und der Bergstämme aus dem Norden. Sogar die abgelegene Bäreninsel ist nicht mehr sicher vor Überfällen. 

Die Plünderer klettern nicht für Fisch oder Äpfel über die Mauer. Sie stehlen Schwerter, Äxte, Gewürze, Seide, Felle, jede Münze und jeden Ring, den sie finden können, Fässer voll Wein im Sommer und Fässer voll Fleisch im Winter. Außerdem stehlen sie, ganz nach ihrer Tradition, Frauen und verschleppen sie über die Mauer in den Norden.

BewaffnungBearbeiten

Die meisten Krieger des Freien Volkes benutzen noch immer Waffen aus Stein, Holz oder Bronze. Dazu zählen z.B. Steinäxte oder Schlegel, im Feuer gehärtete Speere und Lanzen, und Bögen aus Holz und Horn. Obwohl die Eibenholzbögen aus dem Süden eine größere Reichweite haben, soll man mit den Bögen des Freien Volkes angeblich über 200 Meter hoch schießen können.

Das Freie Volk betreibt weder Bergbau noch Vehüttung und es gibt nur wenige Schmiede und noch weniger Schmieden jenseits der Mauer. Die einzigen Metallteile an der Rüstung eines Wildling-Kriegers sind die Stücke, die sie toten Grenzern abgenommen haben. Die meisten Krieger tragen gekochtes Leder oder zusammengenähte Schaffelle. Ihre primitiven Rundschilde bestehen aus einem mit Haut überzogenen Flechtwerk. Auf die Front werden meist Schädel und Knochen, Schlangen, Bärentatzen, dämonische und verdrehte Gesichter oder auch abgetrennte Gesichter gemalt.[6]

Die Thenn sind besser bewaffnet und gepanzert als andere Clans des Freien Volkes. Sie besitzen Bronzehelme, Äxte, kurze Speere mit blattförmigen Spitzen, mit Bronzeplatten vernähte Hemden und flache, schmucklose Schilde, überzogen mit schwarzem, gekochtem Leder und einem Rand und einer Mittelkuppe aus Bronze.[6]

Die Pferde des Freien Volkes sind zwar trittsicher, dafür aber kurz geraten.

Jüngste EreignisseBearbeiten

Band 3 - Der Thron der Sieben KönigslandeBearbeiten

Hother Umber berichtet auf dem Erntefest 299 n. A. E. auf Winterfell, dass immer mehr Wildlinge über die Seehundsbucht in den Norden einfallen.[7]

Lord Kommanant Jeor Mormont erfährt von Craster, dass Manke Rayder, der selbst ernannte König-jenseits-der-Mauer, sein Volk bei den Frostfängen versammelt.[8] Manke ist ein ehemaliges Mitglied der Nachtwache, der seine schwarzen Brüder verraten hat und in den Norden geflohen ist. Manke sammelte alle Stämme des Freien Volkes um sich und marschiert Richtung Süden, um den Anderen zu entkommen.

Band 6 - Die Königin der DrachenBearbeiten

Manke erreicht schließlich die Mauer und belagert sie einige Tage lang, während die Kräfte der Nachtwache immer weiter schwinden. Styrs Angriff von der Südseite kann abegewehrt werden, genauso wie die ersten Angriffe der Hauptarmee. Stannis Baratheon segelt indes in den Norden nach Ostwacht an der See, und zusammen mit den dortigen Grenzern reitet er mit seiner Armee so schnell wie möglich zur Schwarzen Festung, wo er Manke Rayders Armee völlig unvorbereitet bei der Belagerung der Mauer trifft und in der Schlacht an der Schwarzen Festung besiegt.[9]

Band 9 - Der Sohn des GreifenBearbeiten

Tausende gefangene Wildlinge werden von Stannis in Pferche nördlich der Schwarzen Festung gesteckt, und nachdem es zunächst Übergriffe von Seiten der Männer auf die gefangenen Frauen gibt, teilt Jon Wachen ein, um das Problem zu beheben. Immer wieder treffen neue Wildlinge ein, halb erfroren und halb verhungert, die keinen anderen Ausweg sehen als sich zu ergeben.[10]

Vor den Pferchen mit den gefangenen Wildlingen lässt Stannis Manke Rayder schließlich verbrennen und stellt die Wildlinge vor die Wahl, vor ihm das Knie zu beugen oder ebenfalls zu sterben. Er zwingt sie außerdem, von ihren Göttern abzuschwören, indem jeder ein Stück Wehrholzbaum in eine Feuergrube werfen muss. Dann lässt er die unzähligen Wildlinge, die ihm die Treue schwören, durch die Schwarze Festung in die Schenkung ziehen.[11]

Band 10 - Ein Tanz mit DrachenBearbeiten

Am Abend des Tags, an dem Tormund Riesentod mit über 3000 Wildlingen das Tor der Schwarzen Festung passiert, erhält Jon eine Nachricht von Cotter Peik aus Hartheim: von den elf Schiffen, die die Wildlinge dort retten sollten, sind nur noch sechs übrig geblieben, die Wildlinge sind in einem äußerst schlechtem und aggressivem Zustand, und sie werden von Wiedergängern angegriffen. Cotter Peik fordert Hilfe über Land an, da sie wegen der stürmischen See nicht auslaufen können.[12]

Mitglieder des Freien VolkesBearbeiten

Berühmte Kriegsherren, die den Titel "König-jenseits-der-Mauer" trugen, siehe dort

  • Manke Rayder; gefangen genommen nach der Schlacht bei der Schwarzen Festung und angeblich auf einem Scheiterhaufen von Stannis Baratheon verbrannt
  • Craster; hielt einen Bergfried in der Nähe der Mauer und sicherte den Grenzern seine Unterstützung zu; wurde zusammen mit Lord Kommandant Jeor Mormont nach der Schlacht bei der Faust der Ersten Menschen von Grenzern getötet
  • Dalla; Ehefrau von Manke Rayder; starb bei der Geburt ihres Sohnes während der Schlacht bei der Schwarzen Festung
  • Der Herr der Knochen; von den Grenzern (und einigen Wildlingen) als "Rasselhemd" verspottet; ein sadistischer Plünderer, der eine Rüstung aus Knochen trägt; in der Schwarzen Festung gefangen genommen
  • Orell; ein Plünderer und Leibwechsler; von Jon Schnee getötet, während sich sein Geist in einem Adler befand; ein Teil seines Bewusstseins wurde auf Dauer in dem Adler eingeschlossen, was den Hass des Adlers auf Jon Schnee erklärt
  • Osha; eine Frau des Freien Volkes, die südlich der Mauer von den Starks gefangen genommen und in deren Dienste gestellt wurde; sie wurde die Beschützerin und Begleiterin von Rickon Stark
  • Styr; Magnar von Thenn; Anführer der Thenns, einem kriegerischen Stamm des Freien Vokes; während der Schlacht bei der Schwarzen Festung getötet
  • Tormund; genannt "Riesentod", neben vielen anderen Dingen, vor allem ein Plünderer, der eine Neigung für Lügengeschichten hat
  • Val; Schwester von Dalla; In der Schwarzen Festung gefangen genommen; aufgrund ihrer Schönheit erhielt sie den Namen "Wildlingsprinzessin"
  • Varamyr "Sechsleib"; ein Leibwechsler, der von 3 Wölfen, einem Bären und einer Schattenkatze begleitet wird; nach Orell's Tod übernahm er dessen Adler und benutzte ihn, um in der Schlacht die Mauer auszuspähen; Melisandre tötete den Adler, während sich Varamyr's Geist darin befand, was ihn zur Flucht zwang und beinahe verrückt werden ließ
  • Ygritte; rothaarige Geliebte von Jon Schnee; in der Schlacht bei der Schwarzen Festung getötet
  • Der Weiner; auch bekannt als der Weinende Mann; ein berüchtigter Plünderer des Freien Volkes

Siehe auch Bearbeiten

QuellenBearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Sturm der Schwerter, V-Jon II
  2. Die Welt von Eis und Feuer, Das Zeitalter der Dämmerung
  3. Sturm der Schwerter, V-Jon III
  4. Die Königin der Drachen, VI-Samwell I
  5. Der Thron der Sieben Königreiche, III-Jon II
  6. 6,0 6,1 Die Königin der Drachen, VI-Jon III
  7. Der Thron der Sieben Königreiche, III-Bran II
  8. Der Thron der Sieben Königreiche, III-Jon III
  9. Die Königin der Drachen, VI-Jon VI
  10. Der Sohn des Greifen, IX-Jon I
  11. Der Sohn des Greifen, IX-Jon III
  12. Ein Tanz mit Drachen, X-Jon V

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